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Galerie Kunstgenuss - AUSSTELLUNGEN - Mensch Mensch Mensch - Mensch Mensch Mensch // 8. September bis 13. Oktober 2013
     

 

Mensch Mensch Mensch // 8. September bis 13. Oktober 2013

Der Mensch steht im Mittelpunkt einer Ausstellung in der Galerie KunstGenuss an der Liebigstraße.

Zahlreiche Bilder, Grafiken, Skulpturen und sogar ein Wandteppich stellen den Menschen, seinen Körper, sein Wesen, sein Denken, sein Leid in den Fokus. Neben bekannten Künstlern wie Baselitz, Immendorff, Grützke und Penck finden sich auch Arbeiten zum Thema von regionalen Vertretern wie Maria Feldkamp, Hiltrud Schäfer, Klaus Reincke und Gabriele Hagenhoff in der Ausstellung.

Oft wählt Johannes Grützke sich selbst als Modell. Wie in einem großformatigen Bild, das er anlässlich der 750-Jahr-Feier unserer Hauptstadt malte. Aufgespießt vom Berliner Funkturm und von einem Armeeflugzeug bombardiert, posiert er in dem Werk nackt, eine verzerrte Grimasse ziehend. Es entspricht dem Stil des Künstlers, der zu den Mitbegründern der „Schule der neuen Prächtigkeit“ gezählt wird, Personen und Szenen ironisch zu überzeichnen. Da locken vierschrötige Männer mit hämischem Grinsen, an einer bizarren Open-Air-Party teilzunehmen, oder der Maler porträtiert abweisend dreinschauende Zeitgenossen, provokant-aggressiv. Grützke bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung „Mensch-Mensch-Mensch“, die Galerist Wolfgang Knaup aus eigenen Beständen und aus „Einlieferungen“ zusammenstellte, also Kunstwerken, die er im Auftrag anderer Sammler anbietet. Dazu gehört zum Beispiel eine frühe Arbeit von Salvador Dalí oder das „Surrealistische Tribunal“ von Jörg Immendorf, eine morbide Bettszene.
Das Leid und die Armut der Arbeiter am Anfang des 20. Jahrhunderts stellt dagegen Käthe Kollwitz dar, die mit zwei Radierungen in der Ausstellung vertreten ist. Den Tod eines kleinen Mädchens, das sich entweder selbst das Leben nahm oder ermordet wurde, thematisiert sie in der erschütternden Grafik mit dem Titel „Zertreten“.Archaische Wesen von Penck, „Zwei Sitzende“ und eine mystische Gestalt in der „Dominikanerkirche“ von Jürgen Brodwolf, die Perspektiven, Ideen und Positionen der vertretenen Künstler könnten unterschiedlicher nicht sein. So stellt Knaup auch einen signierten Siebdruck von Timm Ullrichs aus, der in Kunstkreisen omnipräsent wurde: „Ich kann keine Kunst mehr sehen“, steht auf einem Schild geschrieben, das er als blinder Mensch mit dunkler Brille und Blindenstock um den Hals trägt. Trotzdem: Ein Blick in die neue Galerie an der Liebigstraße lohnt sich.
Neue Osnabrücker Zeitung, 19.9.2013
Foto: Egmont Seiler