El artista habla español // 1. Juni bis 3. August 2014

Sie stammen aus Chile, Spanien, Kuba oder Uruguay und haben mindestens zwei Gemeinsamkeiten: Sie sind Künstler und sprechen Spanisch. Daher nennt Galerist Wolfgang Knaup seine aktuelle Ausstellung mit Werken von Miró über Pijuan und Guinovart bis Tàpies in der Galerie Kunst-Genuss „El artista habla español“.

Es sind zwar echte Mirós, die Knaup in seiner Galerie hängen hat, aber es handelt sich um Lithografien, die nicht original, sondern auf der Druckplatte signiert sind und dementsprechend erschwinglich sind.

Wer also eine Miró-Grafik erwerben will, ist in der Liebigstraße richtig. Aber es gibt dort auch andere spanische, zeitgenössische Künstler wie Josep Guinovart oder Joan Hernández Pijuan , die es zu entdecken gilt.

Guinovart beispielsweise gilt als einer der wichtigsten spanischen Avantgardekünstler der Nachkriegszeit. Bekannt wurde er mit großflächigen Wandmalereien und Collagen. In der Galerie Kunst-Genuss sind kleinere, doch nicht minder beeindruckende handkolorierte Lithografien zu sehen. Wie Guinovart stammte Pijuan aus Barcelona. Trotz des hohen Abstraktionsgrades seiner Werke bezog er sich immer auf die Realität, also das, was er in der Landschaft seiner katalonischen Heimat wahrnahm.

Der bekannteste spanische Künstler des Informel ist der vor zwei Jahren verstorbene Antoni Tàpies, der ebenfalls mit mehreren Arbeiten in der Ausstellung vertreten ist. Gegenständlich gerät die Kunst des Darío Villalba, der Fotografien von Menschen so in seinen Arbeiten platziert, dass sie einen wehrlosen, gedemütigten, verletzten oder einsamen Eindruck hinterlassen.

Politisch wird es derweil bei dem Kubaner Kcho, der mit seinen Swimmingpools, in denen Symbole für Flucht und Freiheit schwimmen, zur besonderen Situation seiner Heimat Stellung bezieht.

Carlos Capelán stammt aus Uruguay und nimmt den Menschen ins Visier. Seine verzerrten Köpfe sind Vexierspiele, die erst aus der Distanz zu entschlüsseln sind, derweil man seine assoziativen Kommentare durchaus aus der Nähe betrachten sollte. Arbeiten von Roberto Matta und Studien des in Madrid lebenden Kunstprofessors Pepe Mantilla Sanjurjo vervollständigen die Schau.

Neue Osnabrücker Zeitung, 18.06.2014
Fotos: Jörn Martens