Sammlung von Martin Damus wird verkauft

Die Kunstsammlung von Martin Damus wird zugunsten von terre des hommes verkauft. Der Osnabrücker Kunstprofessor war 2013 verstorben.

Die Kollektion umfasst rund 100 Gemälde, Grafiken und Zeichnungen. Das teilte der Osnabrücker Galerist Wolfgang Knaup auf Anfrage mit. Knaup wird die Werke in seiner Galerie „KunstGenuss“ in der Zeit vom 9. bis zum 25. Mai 2014 im Auftrag veräußern. Knaup hat für die Werke nach seinen Worten marktübliche Preise festgelegt. Die Bilder sollen dann an Interessierte zu einem „Sofortkaufpreis“ abgegeben werden. Arbeiten, die auf diesem Weg keine Abnehmer finden, werden laut Knaup dann zu einem Höchstgebot verkauft.

Nach den Worten von Wolfgang Knaup enthält die Kunstsammlung von Martin Damus vor allem Kunst aus den sechziger und siebziger Jahren. „Es findet sich viel fantastischer Realismus und Surrealismus“, sagte der Galerist weiter. In der Sammlung finden sich unter anderem Bilder von Jobst Meier, Christiane Maether, Otmar Alt und Erika Stürmer-Alex. Mit Sabine Kürzel, Monika Witte und Helle Jetzig sind auch auch Osnabrücker Künstlerinnen und Künstler in der Kollektion vertreten. Am 11. Mai soll bei einem Empfang in der Galerie Ursula Gille-Boussahia, Mitglied im Vorstand von terre des hommes, über die Arbeit des Kinderhilfswerkes und die Verwendung des Erlöses berichten.

Martin Damus verstarb im Juli 2013 im Alter von 77 Jahren. war Professor für Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück. Mit Überblicksdarstellungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts, zur Kunst der Bundesrepublik und zur Malerei der DDR setzte Damus Standards der Kunstgeschichtsschreibung. Zugleich erreichte er mit seinen Büchern auch das breitere, an Kunst interessierte Lesepublikum.. Martin Damus habilitierte sich 1978 an der Universität Osnabrück, an der er von 1983 bis 2007 als Professor für Kunstgeschichte wirkte. Damus war bis zuletzt als Lehrbeauftragter aktiv. Zudem engagierte er sich immer wieder in kulturpolitischen Debatten, vor allem zu Fragen der Kunst im öffentlichen Raum.

Neue Osnabrücker Zeitung, 02.05.2014